Ein Abend Uganda Erleben
Nun ist das erste halbe Jahr vorüber. Hurrah, geschafft! In den letzten sechs Monaten ist unheimlich viel passiert, wir haben viele Herausforderungen gemeistert und tolle Tage erlebt. Die Kinder haben schon ihre zweiten Examen geschrieben, die Lehrpersonen zeigen Einsatz wie eh und je und alles läuft seine Bahnen. Die MOTCOM Kids School besteht inzwischen aus 120 Kindern, einer Schulleiterin, einer Administratorin, einer Köchin und weiterhin drei Lehrer:innen.
Momentan sind für alle Kinder in Uganda Ferien, ab dem 05. September werden aber wieder alle voll durchstarten mit dem letzten Trimester des Jahres, welches bis November andauert. Inzwischen ist die Schule für all unsere Kinder Alltag und absolut nicht mehr wegzudenken.
Es gibt Unterricht in den Fächern Englisch, Mathe, Sozialkunde, Lesen und Schreiben, Religion, Sport und Kunst. Jeden Tag gibt es außerdem zwei feste Mahlzeiten und eine Putzroutine.
Jakob und ich sind jetzt seit 3 bzw. 2 Monaten wieder zurück in Deutschland, doch das ist für die Schule kaum bedeutend. Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit unserer Gastmutter, welche jetzt die Administration der Schule regelt und jeden Tag vor Ort ist.
Wir sind fest entschlossen, das Projekt weiter am Leben zu halten, da die Schule inzwischen weniger eine Übergangslösung ist, als viel mehr eine langfristige (und die einzige) Chance, für viele Kinder des Dorfes Katikamu, zur Schule zu gehen.
Ein riesiges und herzliches Dankeschön für eure bisherige Unterstützung, ohne euch wäre nichts davon möglich gewesen.
Inzwischen sind über drei Wochen seit dem ersten Schultag vergangen und so langsam hat sich der Alltag eingeschlichen. Auch im Nachhinein haben wir noch lange Kinder registriert, die in der ersten Woche nicht da waren. Dabei haben wir so viele traurige und verzweifelte Geschichten gehört. So viele Waisen, alleinerziehende Mütter, Kinder die Missbrauch erfahren haben, Kinderarbeit leisten mussten. Und leider konnten wir am Ende garnicht mehr alle nehmen, da unsere Baby Class schon übervoll ist. Diese Entscheidungsprozesse sind immer wieder aufs neue grausam. Inzwischen sind wir auf jeden Fall 92 Kinder, aufgeteilt auf 4 Klassen. In der ersten Woche ging es noch etwas drunter und drüber, langsam pendelt sich aber alles ein. Ab der zweiten Woche haben wir auch mit Nachmittagsunterricht begonnen und somit auch mit der Ausgabe von Mittagessen. Für Kinder stellt sich ja immer schnell Normalität ein, aber das ist schließlich das beste, was passieren kann. Dass die Schule zum Alltag wird und die Schüler:innen einfach Kinder sein können, die im Unterricht lernen und in den Pausen draußen essen, spielen und sich zanken. Abgelenkt von ihrem oft harten Leben Zuhause. Unsere Dokumente sind alle beim Town Council eingereicht, die übrigen Räume gestrichen, eine Draußenküche gebaut. Wir warten als nächstes nur noch auf das Zertifikat des Town Councils.
Hallo ihr Lieben,
es geht ein ereignisreicher Tag zu Ende. Heute hatten wir wie angekündigt unseren ersten Schultag. Wir sind überglücklich, dass alles funktioniert hat. Ab Morgen dürfen wir sogar unsere dritte Lehrerin im Team begrüßen. Die meisten Kinder waren schon um 7 Uhr an der Schule und waren bereit, loszulegen. Nach einer kleinen Zusammenkunft ging es dann auch in die Klassenräume und nachdem sich alles gefunden hatte, begann dann auch direkt der Unterricht. Heute war natürlich wie zu erwarten alles ein bisschen chaotisch, auch das Health Department vom Town Council war nochmal da, um uns aufzuerlegen, bis zum Ende dieser Woche die restlichen (noch ungenutzten) Räume zu streichen. Aber dennoch war es für uns alle ein erfolgreicher und schöner Einstieg in unseren zukünftigen Schulalltag.